Anale Irrigation bei Kindern Neurogene Darmfunktionsstörungen finden sich annähernd in der gleichen Häufigkeit wie neurogene Blasenfunktionsstörungen. Im Rahmen eines indikationsgerechten Darmmanagements stellt die anale Irrigation eine gute Alternative dar, geht es doch darum der Stuhlinkontinenz, Obstipation und anderer schwerwiegender Komplikationen am Gastrointestinaltrakt zu begegnen. Vor der Nutzung des Verfahrens der analen Irrigation ist unbedingt eine ärztliche Konsultation mit intensiver Stuhlanamnese erforderlich. In der Anamnese ist die Häufigkeit der geplanten und ungeplanten Stuhlentleerungen zu erfragen. Besondere Aufmerksamkeit verdient hierbei die Bewertung der Stuhlkonsistenz, die Stuhlentleerungszeit und die Verwendung von Hilfsmitteln (Laxantien, digitale Stimulation etc,). Darmfunktionsstörungen zeigen sich in drei Ausprägungen, die jedoch in engem Zusammenhang stehen: - in einer einer Störung der Transportfunktion,
- in einer Störung der Entleerungsfunktion, die sich fast ausschließlich als Obstipation zeigt oder
- in einer Störung der Verschlussfunktion mit folgender Inkontinenz.
Mit einem konsequenten Darmmanagement kann diesen funktionellen Störungen begegnet werden. Die Bezeichnung „Darmmanagement“ umfasst dabei die Gesamtheit aller Aktivitäten, die dazu dienen, eine regelmäßige, planbare sowie zeitlich begrenzte Darmentleerung mit zwischenzeitlicher Kontinenz zu erreichen. Gesundheit und Wohlbefinden sollen erhalten, soziale Einschränkungen aufgehoben und funktionelle, morphologische und neurologische Komplikationen vermieden werden.
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