|
Der Seldinger - Draht, sozusagen der Klassiker unter den Drähten, besteht zunächst aus zwei unterschiedlichen Metallschichten, einer Seele in der Mitte und darum herum ist ein weiterer, sehr feiner Draht, spiralförmig gewickelt. Je starrer die Seele, desto fester der Führungsdraht. Die Metallwindungen der Spirale waren geschliffen und poliert, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erhalten. Heute sind die Führungsdrähte zum größten Teil PTFE - beschichtet. (PTFE = Polytetraflourethylen), damit die Oberfläche gleitfähig wird.. Für verschiedene Einsatzgebiete wurden die Drähte modifiziert - so z.B. als Lunderquistdraht für die Nephrostomie. Er besteht aus einem einzelnen, sehr starren Drahtanteil mit einer flexible Spitze. Dieser Draht ist für das perkutane Arbeiten an der Niere besonders geeignet, wenn Nephrostomiekatheter (mit hoher Rückstellkraft im Pigtail) eingelegt oder gewechselt werden sollen.
Eine Modifikation von diesem Draht ist der Schüller-Führungsdraht. Hier hat man eine Kombination von Seldinger- und Lunderquistdraht vorgenommen. Die Spitze ist auf den ersten 6 cm flexibel, darauf folgt ein starrer Anteil von 30 cm, der dann wieder von einem flexiblen Teil abgelöst wird. Das Handling wird dadurch in abgedunkelten Arbeitsräumen wesentlich vereinfacht, denn auf das flexible Ende lässt sich ein Dilatator oder Katheter leichter aufschieben.

Einen immer wichtiger werdenden Stellenwert - auch in der Urologie - haben die hydrophilen Drähte. Durch die Benetzung der Oberfläche mit Flüssigkeit wird diese enorm gleitfähig. Die weiche und atraumatische Spitze sucht sich einen Weg durch feinste Lumina. Die Seele dieser Drähte besteht in den meisten Fällen aus einer Legierung aus Nickel und Titan, was sie besonders robust und formstabil macht.
|