Was ist Harninkontinenz?

Es gibt verschiedene Methoden zur Behandlung der Harninkontinenz bei Frauen. Damit bekommen die Patientinnen wieder die Kontrolle und können ein aktives Leben führen. Erfahren Sie mehr über Harninkontinenz

Literatur

1. Vulker, R. International Group Seeks to Dispel Incontinence “Taboo”, JAMA, 1998, Nr. 11: 951–53

Als Harninkontinenz wird der unfreiwillige Verlust von Urin bezeichnet. Weltweit sind 200 Millionen Menschen von Harninkontinenz betroffen (vgl. 1). Eine Harninkontinenz, die bei Anspannungen oder Bewegungen auftritt, wird als Belastungsinkontinenz bezeichnet.

Eine Blasenschwäche kann zum Beispiel beim Laufen, Springen, Husten, Niesen, Lachen und auch beim Geschlechtsverkehr auftreten. Obwohl die Inkontinenz häufig als normaler Bestandteil des Alterns angesehen wird, ist sie in vielen Fällen behandelbar.

Zu den nicht operativen Methoden, mit denen eine Harninkontinenz behandelt werden kann, gehören die Verringerung der Flüssigkeitszufuhr, Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur sowie vaginale Inkontinenzpessare. Wenn keine dieser Optionen eine akzeptable Linderung bringt, kann man einen operativen Eingriff in Betracht ziehen.

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Anzeichen und Ursachen

Anzeichen von Inkontinenz Anzeichen von Inkontinenz Haben Sie Anzeichen von Inkontinenz? Beantworten Sie diesen Fragebogen und finden Sie es heraus. Beantworten Sie den Fragebogen

Anhand der folgenden Fragen können Sie ein Gespräch mit Ihrem Arzt beginnen. 

Wenn Sie eine dieser Fragen bejaht haben, könnte es sein, dass Sie in Ihrer Lebensfreude von Inkontinenz eingeschränkt sind.  Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die beste Behandlungsmethode für Sie heraus. 

 

Verlieren Sie ungewollt Urin?

 

 Ja Nein

 

Wie stark ist der Harnverlust?

 

Leicht
(einige wenige Tropfen)

Mäßig (nasse Unterwäsche)

Stark (nasse Kleidung)


 

Verlieren Sie Urin, wenn Sie ...

husten?
niesen?
lachen?


sich bücken? etwas heben?


Ihre Haltung verändern
(z. B. wenn Sie aus dem Sitzen oder

Liegen aufstehen)?

Geschlechtsverkehr haben?



Verlieren Sie Urin kontinuierlich über den Tag? 
 
Ja Nein


Verlieren Sie Urin, wenn Sie schlafen? 
 
Ja Nein


Haben Sie wegen des Harnverlustes Ihren Lebensstil geändert? 

 

Ja Nein


Falls ja, inwieweit hat sich Ihr Lebensstil geändert? 
 

Ich trinke weniger 

Ich bleibe zu Hause
Ich achte auf dunkle Kleidung
Ich habe mit dem Sport aufgehört  
Sonstige
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Ursachen der Inkontinenz. Ursachen der Inkontinenz. Belastungsinkontinenz kann sich mit dem Alter entwickeln; häufig wird sie aber auch durch eine Entbindung ausgelöst. Mehr zu den Ursachen der Inkontinenz

Belastungsinkontinenz kann sich mit dem Alter entwickeln; manchmal hängt sie aber auch mit einer Entbindung zusammen. Sie kann aber auch durch dauernde oder wiederkehrende Anstrengungen (Verstopfung, chronischen Husten, belastungsintensiven Sport), durch die Menopause oder durch eine Hysterektomie hervorgerufen werden.

Außerdem können Schädigungen, Schwächungen oder Verletzungen der Muskeln entlang der Harnröhre zur Belastungsinkontinenz führen. Die Belastungsinkontinenz tritt auf, wenn sich eine schwache Beckenbodenmuskulatur, besonders die Muskulatur von Blasenhals und -schließmuskel, bei erhöhtem Druck auf Blase und Harnröhre nicht reflexartig anspannen kann. Dadurch kommt es zu einem unfreiwilligen Harnverlust.

Belastungsinkontinenz tritt häufig auf bei:

  • Lachen
  • Niesen
  • Husten
  • Heben
  • Sport
  • Ein- oder Aussteigen in ein/aus einem Auto
  • Geschlechtsverkehr
  • erhöhten Bauchhöhlendruck (bedingt durch andere Ursachen)
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Behandlungsmethoden

Nicht operative Behandlungsmethoden bei Inkontinenz Bei Belastungsinkontinenz gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Nicht operative Behandlungsmethoden

Bei Belastungsinkontinenz gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Coloplast bietet operative Behandlungsmethoden, die eine Besserung versprechen. Ein operativer Eingriff ist jedoch nicht für jeden Menschen gleichermaßen geeignet. Ihr Arzt wird die Behandlungsmöglichkeiten mit Ihnen besprechen.

Nicht operative Behandlungsmethoden sind zum Beispiel Übungen für die Beckenbodenmuskulatur, schützende Unterwäsche, Verhaltenstherapie, Katheter, Vaginalpessare und Injektionen von Füllmaterial.

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Operative Behandlungsmethoden bei Inkontinenz Unter Umständen kann eine Schlinge die Belastungsinkontinenz lindern. Operative Behandlungsmethoden

Operative Behandlungsmethoden bei Inkontinenz sind offene Blasenhalsplastiken und der Einsatz einer Schlinge. Bei einem Schlingeneinsatz wird die Belastungsinkontinenz durch das Platzieren eines kleinen Streifens synthetischen oder biologischen Materials unterhalb der Harnröhre behandelt. Dadurch wird die Harnröhre bei Belastungen in diesem Bereich unterstützt, und ein Harnverlust wird verhindert.

Schlingensystem

Gibt es Risiken?

Wie bei jeder Operation gibt es auch bei diesem Verfahren Risiken.

Dazu gehören:

  • Vorwölbung der Vagina
  • Erosion (z. B. vaginal, urethral)
  • Dyspareunia (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr)
  • Verrutschen der Schlinge
  • Infektionen
  • Schmerzen
  • Hämatome
  • Narbenbildung
  • Vorübergehende oder dauerhafte Harnretention/Harnröhrenobstruktion
  • Harnröhrenobstruktion
  • Entleerungsstörung
  • Nervenverletzungen
  • Gefäßverletzungen
  • Perforation von Blase, Darm, Harnröhre, Gefäßen oder Nerven

Besprechen Sie diese Risiken mit Ihrem Arzt im Detail.

Das Netz, das gegen die Inkontinenz eingesetzt wird, kann Schmerzen verursachen. Unter Umständen fühlen Sie das Netz in der Vagina. Dies kann das Sexualleben beeinträchtigen. Sie können außerdem einen erhöhten Urindrang oder einen langsameren Urinfluss feststellen.

Unter Umständen können Sie nach dem Eingriff nicht wie gewohnt Wasser lassen. Dies kann vorübergehend sein, aber auch einen Monat oder länger andauern. Wenn dies eintritt, wird ein Katheter eingesetzt, der beim Urinieren hilft. Unter Umständen ist aber auch eine weitere Operation erforderlich, in der die Schlinge ein- oder durchgeschnitten wird. Je nach Schweregrad der Symptome können weitere Operationen erforderlich sein.

Ein weiteres mögliches Risiko ist eine Reaktion auf das Material der Schlinge oder eine Infektion, die eine antibiotische Behandlung erfordert. Besprechen Sie die möglichen Risiken und Reaktionen mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie über eine solche Behandlung nachdenken, sollten Sie zuvor die möglichen Risiken sowie die Vorteile einer dauerhaften Implantation kennenlernen und sie gegeneinander abwägen

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Was passiert vor, während und nach der Operation?

Was passiert vor der Operation? Es gibt eine Reihe von Tests, mit denen sich eine Belastungsinkontinenz diagnostizieren lässt. Unter Umständen müssen Sie auch ein Miktionstagebuch führen. Vor der Operation

Was Sie in der Arztpraxis erwartet

Ihr Arzt wird die Inkontinenz genau diagnostizieren, um die richtige Behandlungsmethode auszuwählen. Sie müssen Ihre vollständige Kranken- und Operationsgeschichte schildern und eine Liste mit allen Medikamenten und Ergänzungsmitteln, die Sie einnehmen, vorlegen. Informieren Sie den Arzt auch über Ihre Miktionsgewohnheiten und alle Flüssigkeiten, die Sie zu sich nehmen. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Probleme präzise beschreiben, zum Beispiel wann und unter welchen Umständen Harnverlust auftritt.

Es kann hilfreich sein, Ihr Urinierverhalten in einem Tagebuch (Miktionstagebuch) zu dokumentieren und mit Ihrem Arzt zu besprechen. Ein solches dreitägiges Miktionstagebuch sollte Informationen darüber enthalten, was Sie trinken und wie häufig Sie urinieren. Außerdem sollte es angeben, wann ein Harnverlust aufgetreten ist. Sehen Sie sich das Beispiel unten an. Klicken Sie hier, um die pdf-Datei herunterzuladen (260 kB). 

Miktionstagebuch

Übliche Tests zur Diagnose einer Inkontinenz sind:

  • Urinanalyse – Testen einer Urinprobe
  • Belastungstest – es wird Flüssigkeit in die Blase gegeben und diese auf Inkontinenz überprüft
  • In der Blase verbleibender Urin nach dem Urinieren – Messung der Urinmenge, die nach dem Urinieren in der Blase verbleibt
  • Zystoskopie – die Blase wird mit einem Endoskop untersucht
  • Urodynamische Tests –:
    – Messen der Urinmenge in der Blase vor dem Wasserlassen
    – Messen des Druckes des Urins beim Austritt aus der Harnröhre
    – Messen des Blaseninnendruckes, wenn diese sich mit Urin füllt
    – Kontrolle des Harnröhrenschließmuskels

Miktionstagebuch (pdf 260 kB)

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Was Sie bei der Operation erwartet Erfahren Sie, was bei einem minimalinvasiven Schlingeneinsatz geschieht. Während der Operation

Was während der Operation passiert

Der Einsatz einer Schlingeneinsatz ist die am häufigsten gewählte Operation, wenn es darum geht, eine Belastungsinkontinenz minimalinvasiv zu behandeln. Es gibt viele verschiedene Arten von Schlingen und unterschiedliche Techniken, die Schlinge zu platzieren. Die Behandlung mit einer Schlinge ist angeraten, wenn verschiedene Faktoren zutreffen. Dazu gehören unter anderem ein bestimmter Schweregrad der Inkontinenz, vorhergehende Beckenoperationen sowie die persönliche Meinung von Patientin und Arzt.

Coloplast bietet verschiedene synthetische und biologische Schlingen an. Synthetische Schlingen werden aus einem Polypropylengewebe hergestellt, das die Harnröhre nach der Implantation zusammen mit neu wachsendem Gewebe unterstützt.

Unabhängig von ihrer Art werden alle Schlingen durch einen kleinen Schnitt in der Vagina unter der Harnröhre platziert. Abhängig von der Art der einzusetzenden Schlinge sind unter Umständen weitere kleine Einschnitte in den Leistenfalten oder auf Höhe der Schamhaargrenze erforderlich. Nachdem die Schlinge richtig positioniert wurde, bildet sie eine Art Aufnahme unter der Harnröhre und stützt diese. So geht bei Bewegungen und unter Belastung kein Harn unkontrolliert verloren.

 

Beispiel für eine Schlinge

Beispiel einer Coloplast Aris®/Supris®/Altis® Schlinge. Die Menge des Netzmaterials, das bei der Operation verwendet wird, hängt vom Körperbau der Patientin ab.

Beispiel einer Coloplast Aris®/Supris®/Altis® Schlinge. Die Menge des Netzmaterials, das bei der Operation verwendet wird, hängt vom Körperbau der Patientin ab.

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Was passiert nach der Operation? Die Erholung verläuft bei jeder Patientin anders. Es gibt jedoch einige grundlegende Informationen und Anweisungen für die Zeit nach der Operation. Nach der Operation

Was nach der Operation passiert

Ihr Arzt wird die Erholungszeit mit Ihnen besprechen und Sie darüber aufklären, was Sie nach der Operation beachten müssen. Es ist wichtig, dass Sie diese Anweisungen genau befolgen.

Im Allgemeinen sollten Sie für einige Zeit Sport und Bewegungen, Geschlechtsverkehr und alles andere vermeiden, das den behandelten Körperbereich belasten könnte. Es dauert etwas, bis der Körper von der Operation richtig genest. Außerdem benötigt das Schlingenmaterial Zeit, bis es sich mit dem natürlichen Gewebe des Körpers verbindet.

Treten nach der Operation Probleme beliebiger Art auf, informieren Sie sofort Ihren Arzt. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie eine erhöhte Körpertemperatur feststellen oder eine Rötung, eine Entzündung oder starke Schmerzen im operierten Bereich haben.

Zukünftige Schwangerschaften können das Operationsergebnis zunichtemachen. Dies kann zu einer erneuten Inkontinenz führen.

Ihr Arzt wird Sie detailliert über den Genesungsprozess informieren und Ihnen Empfehlungen entsprechend Ihren jeweiligen Bedürfnissen geben.

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Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zum Thema Harninkontinenz. Inkontinenz – Häufig gestellte Fragen

Literatur

1. Vulker, R. International Group Seeks to Dispel Incontinence “Taboo”, JAMA, 1998, Nr. 11: 951–53.

Was ist Harninkontinenz?

Harninkontinenz ist der Verlust der Kontrolle über die Blasenfunktion. Dieser Zustand betrifft weltweit 200 Millionen Menschen.

 

Kann die Harninkontinenz erfolgreich behandelt werden?

Ja. Obwohl die Inkontinenz mit dem Alter zusammenhängen kann, ist sie behandelbar. 

 

Wodurch wird Belastungsinkontinenz bei Frauen verursacht?

Belastungsinkontinenz bei Frauen kann sich langsam über einen langen Zeitraum entwickeln, sie kann aber auch durch eine Entbindung hervorgerufen werden. Sie tritt in der Regel auf, wenn die Beckenbodenmuskulatur nicht stark genug ist, um bei körperlicher Anstrengung die Öffnung des Blasenhalses zu verschließen – zum Beispiel beim Lachen, Husten, Heben, beim Sport oder bei anderen Bewegungen, die zu einem erhöhtem Druck im Unterbauch führen.

 

Welche Behandlungsmethoden gibt es bei Belastungsinkontinenz?

Heutzutage gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Dazu gehören operative Eingriffe wie das transobturatorische Schlingensystem, das suprapubische Schlingensystem und das Schlingensystem zur Einzelinzision. 

Besprechen Sie diese und weitere mögliche Behandlungsmethoden mit Ihrem Arzt.

 

Was ist ein Schlingeneinsatz?

Ein Schlingeneinsatz ist ein minimalinvasiver operativer Eingriff, mit dem die Belastungsinkontinenz behandelt wird. Mithilfe einer einfachen Schlaufe oder einer U-förmigen Schlinge wird die Harnröhre unterstützet.

 

Kann ich nach einem Schlingeneinsatz erneut inkontinent werden?

Derzeit haben Schlingeneinsätze eine Erfolgsquote von etwa 85 %. Es ist also möglich, dass Sie nach einem Schlingenverfahren erneut inkontinent werden. Das Operationsergebnis kann auch durch zukünftige Schwangerschaften zunichte gemacht werden, sodass Sie dann gegebenenfalls erneut an Inkontinenz leiden.

 

Wie lange dauert es, sich vom Einsatz einer Schlinge zu erholen?

Die Erholung verläuft bei jeder Patientin anders. Während der Erholungsphase dürfen Sie weder schwer heben noch Geschlechtsverkehr haben. Ihr Arzt wird Sie genauer über den Heilungsverlauf informieren(1).

 

Gibt es Risiken im Zusammenhang mit dem Schlingeneinsatz?

Auch wenn es bei jedem operativen Eingriff Risiken gibt, sind schwerwiegende Komplikationen nach dem Einsatz einer Schlinge eher selten. Nach dem Eingriff werden Sie unter Umständen Probleme beim Wasserlassen haben. Diese können sich in einem langsameren Urinfluss äußern oder darin, dass Sie gar kein Wasser lassen können oder dass Sie das Gefühl haben, häufiger Wasser lassen zu müssen. Unter Umständen kann es auch zu einer Reaktion auf das Schlingenmaterial oder zu einer Infektion kommen. Fragen Sie Ihren Arzt nach weiteren Informationen zu möglichen Risiken, zu Komplikationen und speziell zu der bei Ihnen geplanten Operation und zu Ihrer Situation.

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